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Die Geschichte(n) unseres Bullis…

Ausbau der Camping-Einrichtung

Der Ausbau der Camping-Einrichtung sah noch am ehesten so aus, als würde ich hier meine beachtlichen IKEA-Skills nutzbringend anwenden können. Und es ist tatsächlich sogar eher einfacher, als Hemnes, Billy & Co zu montieren. Zuerst habe ich natürlich die „losen“ Teile entfernt, also alles das, was ohne Werkzeug zu demontieren war. Konkret das Polster auf dem Motorraum und das für die seitliche Sitzbank sowie der Eßtisch samt seinem hübsch geschwungenen Tischbein.

Die Möbel und Geräte habe ich dann in folgender Reihenfolge ausgebaut:

  1. Seitliche Sitzbank
  2. Rücksitzbank
  3. Kühlschrank/Spüle
  4. Standheizung
  5. Kleiderschrank/Kocher/Gasflaschenfach (inkl. Gasleitungen)
  6. Hängeschrank
  7. Hochbett
  8. Aufstelldach
  9. Gepäckwanne

Grundsätzlich bietet es sich wahrscheinlich eher an, mit Kühlschrank und Standheizung zu beginnen – dann ist nämlich die Schiebetür komplett frei und die Rücksitzbank wäre womöglich sogar als Ganzes herauszutragen gewesen. So habe ich zunächst noch die Sitzfläche der Rücksitzbank abgeschraubt und die Bank in zwei Teilen aus dem Innenraum geschafft. Beim nächsten Mal – oder beim Zusammenbau – bin ich schlauer…

1. Seitliche Sitzbank

Unter dem Sitzpolster der seitlichen Sitzbank finden sich sämtliche Befestigungen. Beim Lösen/Entfernen muss ggf. in den angrenzenden Möbeln (Gasflaschenfach bzw. Stauraum unter der Rücksitzbank) entsprechend „gekontert“ werden. Zur Entfernung der seitlichen Sitzbank bzw. des Stauraums darunter muss nur das Brett zwischen Kleiderschrank und Rücksitzbank entfernt werden, die übrigen Seitenteile des Stauraums werden von den angrenzenden Möbeln bzw. der linken Seitenwand gebildet. Einen eigenen Boden (wie der Stauraum unter der Rücksitzbank) hat die seitliche Sitzbank nicht.

2. Rücksitzbank

Sitzfläche und Rückenlehne der Rücksitzbank sind über zwei große, schwarze Metallscharniere miteinander verbunden, deren Klappmechanismus das Umlegen der Rückenlehne ermöglicht. Die beiden Scharniere sind an den Holzseitenwänden des Stauraums befestigt sowie an den Radkästen und der Motorraumabdeckung. Der Stauraum unter der Rücksitzbank besteht aus drei Holzwänden und einem Holzboden, die vierte Wand wird von den Radkästen bzw. der Motorraumabdeckung dazwischen gebildet.

Um die Sitzbank auszubauen, müssen die beiden Schrauben in der Motorraumabdeckung (Bilder 3 und 4), die Schrauben in den Radkästen (Bilder 5 und 6) sowie die Schrauben im Holzboden des Stauraums (Bild 7) entfernt werden. Die Scharniere müssen also NICHT von den Holzseitenwänden des Stauraums gelöst werden!

Zu beachten: Die beiden Schraubenpaare, die man jeweils durch den Radkasten drückt (Bild 5 und 6), sollten sich danach in der Nähe der Hinterräder auf dem Werkstattboden befinden – bitte einsammeln! Diese Schrauben sehen übrigens so aus, wie im Bild 10 zu sehen.

Und schließlich – zur Rücksitzbank gehören auch noch die beiden Polster, die an der rechten und linken Holzseitenverkleidung jeweils mit zwei einfachen Holzschrauben befestigt sind. Dafür gibt es keine gesonderten Fotos, die Polster und jeweils eine der beiden Schrauben sind in den Bildern 3 und 4 zu sehen.

3. Kühlschrank/Spüle

Der gesamte Block direkt rechts an der Schiebtür beherbergt neben dem Kühlschrank und der Spüle auch eine Schublade und „unter der Haube“ den Wassertank nebst Pumpe. Zum Ausbau müssen an lediglich vier Punkten Schrauben bzw. Verbindungen entfernt werden. Zunächst muss das Kunststoffgitter (Bild 11) an der inneren Seitenwand des Kühlschranks entfernt werden, das (bei mir) mit zwei Nägelchen fixiert war. Dahinter werden dann die beiden Muttern sichtbar (Bild 12), die die Gasleitung des Kühlschranks mit der Gasleitung des Buses verbinden. Diese Muttern sind mit zwei 17er-Maulschlüsseln zu lösen.

Desweiteren sind die beiden Schrauben, die den Kühlschrank unten an der inneren Seitenwand mittels eines Winkels am Boden befestigen (Bild 13) und die beiden Muttern an der dem Beifahrersitz zugewandten Seite der Trennwand zu entfernen (Bild 14, vorher muss also der Beifahrersitz ausgebaut werden). Schließlich ist die Abgasleitung des Kühlschranks, die hinter dem Beifahrersitz oberhalb der Trennwand durch die B-Säule nach draußen geführt wird (Bild 15), zu lösen. Dazu die drei Schrauben an der Abdeckung lösen (Bild 16), die Gummiunterlage entnehmen, den Splint aus dem Röhrchen ziehen (Bild 17) und das Röhrchen aus der B-Säule herausziehen (Bild 18).

Der Kühlschrank steht dann frei und kann von der Trennwand abgerückt werden. Zu beachten ist noch, dass dabei die Gasleitung des Buses zwischen dem Wassertank und der Seitenwand des Kühlschranks hindurchgeführt werden muss. Das ist recht eng, man kann aber den Wassertank etwas an Seite schieben/hebeln. Außerdem sind noch diverse Stromkabeln mit den entsprechenden Anschlüssen/Kabeln bzw. mit einer Steckdose an der Trennwand verbunden (Bilder 19 und 20).

4. Standheizung

Der Ausbau der Standheizung, einer Truma SB1800, gestaltete sich dann doch schon etwas schwieriger, was aber primär der Tatsache geschuldet war, dass mir nicht ganz klar war, welche Schrauben denn wirklich zu lösen sind – und welche unangetastet bleiben können. Außerdem waren manche Verbindungen schwer zu lösen oder schwer zugänglich oder ich hatte nicht das richtige Werkzeug oder alles drei zusammen…

Die Standheizung kann auch demontiert werden, wenn der Kühlschrank (noch) nicht ausgebaut ist. Wenn letzterer aber sowieso auch raus soll, würde ich das zuerst machen. An der Standheizung wird zunächst der Deckel mit dem Gitterrost entfernt – dazu einfach die Mutter herausdrehen und die beiden Knöpfe auf der anderen Seite (Zünder und Temperaturregler) abziehen, siehe Bild 22 und Bild 23. Dann werden die kleinen Schrauben des hinteren Abdeckblechs auf beiden Seiten demontiert (Bild3). Jetzt läßt sich diese Abdeckung mit ein wenig Geschick und Hakelei herausziehen, um danach die dreiseitige Verkleidung zu entfernen.

Danach unter dem Bus die beiden Kunststoffflügelmuttern lösen (Bild 24) und somit die schwenkbare Frischluftzufuhr und die darunter liegende runde Metallscheibe mit dem Gitter entfernen. Dazu sind die beiden Muttern von den Gewindebolzen zu lösen (Bild 25). Achtung, die Bolzen sind nicht wirklich fest, sondern eher im Kamin „verhakt“ – sie drehen sich nicht mit, verdrehen sich aber ein wenig! An den vier Ecken des Kamins befindet sich unmittelbar unter dem Bodenblech je ein weiterer Gewindebolzen, auf dem eine Mutter sitzt (am deutlichsten in Bild 30 zu sehen). Nach dem Entfernen dieser Muttern könnte das damit fixierte Unterblech nach unten weggezogen werden und die Standheizung im Bus als Ganzes mitsamt ihrer Bodenplatte entnommen werden. Soweit die Theorie. Da ich die dafür benötigten Tiefbettnüsse nicht in meinem Ratschenkasten hatte, habe ich stattdessen zunächst im Bus die vier Muttern (Bild 26 und 27) der Bodenplatte gelöst.

Nun muss das messingfarbene Teil aus Bild 28 von der Gaszuführung gelöst werden. Da bei mir diese Verbindung so fest saß, habe ich stattdessen die dünne Gasleitung auf der anderen Seite, den silberfarbenen „Schuh“ mit dem Drahtseil und die „Flachmutter“ entfernt, so dass das Messingteil „alleine“ auf der Gasleitung des Buses saß. Jetzt kann die gute Truma aus dem Bodenloch gehoben werden. Die Bodenplatte (Bild 29) wird unter dem Fahrzeugboden noch durch das bereits erwähnte Unterblech fixiert, das über die nun besser zugängigen Muttern (Bild 30) gelöst werden kann. Ist das Unterblech entnommen, kann auch die Bodenplatte der Standheizung entfernt werden (Bild 31).

5. Kleiderschrank/Kocher/Gasflaschenfach (inkl. Gasleitungen)

Das Kombimöbel hinter dem Fahrersitz besteht aus dem wahrscheinlich schmalsten Kleiderschrank der Welt, einem herausklappbaren 2-Flammen-Kocher und dem Fach für zwei 5kg-Gasflaschen. Demontieren lässt sich die ganze Fabrik aber sehr einfach, ist sie doch im wesentlichen nur mit zwei Schrauben an der Trennwand hinter dem Fahrersitz und mit einem Winkel an der linken Seitenwand befestigt. Weitere zwei Winkel verbinden den Schrank mit der seitlichen Sitzbank – aber die wurde ja bereits entfernt!

Also, schön der Reihe nach: Die beiden Muttern an der Trennwand lösen (Bild 32) – dazu reicht es, den Fahrersitz nach vorne zu schieben! Danach auf der anderen Schrankseite den Winkel zur linken Seitenwand entfernen (Bild 33). Nun steht der Schrank grundsätzlich schon frei – wenn da nicht die Gasleitungen wären!

Da sich im Kleiderschrank auch das Fach für die beiden Gasflaschen befindet, ist hier auch der Verteilerblock montiert, mit dem sich die drei Verbraucher meiner Helsinki-Ausstattung – Kocher, Kühlschrank und Standheizung – einzeln ansteuern lassen (Bild 34). Der Verteilerblock kann durch Lösen der drei Überwurfmuttern (Bild 35, Schneidringverschraubungen?) von den Gasleitungen getrennt werden – dabei die im Bild 34 sichtbare „Spange“ erst nach dem Lösen der Muttern entfernen: Der Verteilerblock verbiegt sich unter Einwirkung eines Schraubenschlüssels doch sehr leicht…

Die Bilder 36 und 37 zeigen den grundsätzlichen Verlauf der Gasleitungen vom Schrank unter dem Teppich/Z-Profil hindurch zu den Verbrauchern hinter dem Beifahrersitz. Die Schwierigkeit in meinem Fall bestand darin, dass die graue Platte unter dem Verteilerblock wie eine Unterlegscheibe zuverlässig verhinderte, dass die drei Überwurfmuttern durch die Bohrungen in der Holzseitenwand des Schrankes geführt werden können (Bild 38). Wahrscheinlich war die Platte genau zu diesem Zweck vom Vorbesitzer installiert worden – wie auch immer! Nun musste sie jedoch in einem leicht destruktiven Akt weichen (nicht im Bild), so dass die beiden Gasleitungen für die Standheizung und den Kühlschrank aus dem Schrank entfernt werden konnten (Bild 39).

6. Hängeschrank

Der Hängeschrank über dem Motorraum birgt hinsichtlich seiner Demontage keine Schwierigkeiten: Vier Schrauben, zwei auf jeder Seite (Bilder 40 und 41) sind in das Dach gebohrt und somit entsprechend zu entfernen. Danach wird der Hängeschrank vermutlich nur noch von den Verkleidungselementen gehalten. Eine Abstützung oder ein zweites Händepaar würde also wahrscheinlich Sinn machen, wenn auch unkontrollierte Abstürze des Schranks aufgrund seines relativ geringen Gewichts nicht wirklich langanhaltende Kopfschmerzen verursachen…

7. Hochbett

Das Hochbett besteht im Wesentlichen schlicht aus zwei Holzplatten als Unterlage, auf die jeweils eine Schaumstoffmatratze „geknöpft“ ist. Die hintere Holzplatte ist fest auf den Rand des hinteren Dachausschnitts geschraubt, die vordere Platte ist lediglich über ein Scharnier mit dem Zwischensteg des Dachausschnitts verbunden, so dass dieser, kleinere Teil der Matratze geklappt werden kann: Nach hinten, um den vorderen Dachausschnitt größer zu machen, oder nach vorne, um mit der hinteren Matratze eine große, durchgehende Liegefläche zu bilden.

Die Demontage des Hochbetts erfolgt natürlich bei geöffnetem, also aufgestelltem Aufstelldach. Das Aufstelldach selbst braucht aber noch nicht entfernt worden zu sein – das geht leichter, wenn das Hochbett bereits herausgenommen wurde.

Zuerst werden die beiden Matratzen entfernt – dazu einfach die jeweils fünf Druckknöpfe entfernen (Bilder 43 – 45) und die Matratzen von den Holzunterlagen nehmen. Die hintere, feste Unterlage ist an jeder Seite mit vier Schrauben an der Karosserie befestigt (BIld 46). Diese Schrauben sind von unten herauszuschrauben, beispielhaft illustriert an den hinteren (Bild 47) und vorderen Schrauben (Bild 48). Letztere sind übrigens ein Stück länger als die übrigen 12 (Bild 49). Für die vordere, umklappbare Unterlage auf beiden Seiten jeweils die beiden Schrauben aus dem Zwischensteg des Dachausschnitts entfernen (Bild 50). Die Platten können dann einfach entnommen werden (Bild 51).

8. Aufstelldach

Das Aufstelldach ist schnell demontiert, gerade, wenn man vorher bereits das Hochbett entfernt hat. Zunächst sind sämtliche Schrauben zu entfernen, die die Aluleiste, unter die der Zeltstoff geklemmt ist, auf dem Rand des Dachausschnitts fixieren (Bild 52). Dies geht leichter, wenn eine zweite Person das Aufstelldach etwas herablässt. Denn insbesondere an den Seiten ist die Aluleiste leicht nach außen geneigt, so dass ein Schraubendreher entsprechend schräg angesetzt werden muss. Ist das Dach ein wenig abgesenkt und der Zeltstoff somit nicht mehr straff gespannt, bleibt einfach mehr Platz zum Hantieren.

Danach müssen im Bus vorne auf beiden Seiten des Dachausschnitts jeweils die zwei Schrauben im Fuß des Dachgestänges entfernt werden (Bilder 53 und 54) sowie draußen, über den „Ohren“ des Bullis die jeweils drei Schrauben der beiden großen Scharniere (Bild 55). Damit diese Scharniere das Dach nicht zerkratzen, habe ich sie nach dem Entfernen der Schrauben mit einem Kabelbinder zusammengebunden. Das Dach ist relativ schwer und vor allem groß; mit zwei, besser drei Personen (eine drinnen, zwei draußen) sollte es sich aber ganz entspannt abheben und entfernen lassen.

9. Gepäckwanne

Vorne auf dem Fahrerhaus ist eine Gepäckwanne montiert, an die unmittelbar das Aufstelldach anschließt. Da ich den Himmel des Fahrerhaus bereits entfernt hatte, habe ich vorne bzw. seitlich vorne die 4 x 2 Schrauben (Bilder 57 und 58) und hinten die 4 Muttern (Bild 59) von innen entfernt. Eventuell ist es auch denkbar, die Demontage von außen anzugehen: Dann müßten entsprechend die 4 Schrauben vorne bzw. seitlich vorne (Bild 60) entfernt werden, sowie die 4 Schrauben an der hinteren Kante der Gepäckwanne. Bild 61 zeigt den Metallsteg, der jeweils ein Schraubenpaar mit einer der von außen zugänglichen Schrauben (wie im Bild 60) verbindet. In Bild 62 ist ein Schraubloch der hinteren Befestigung zu sehen.

4 thoughts on “Ausbau der Camping-Einrichtung

  1. Hallo Michael, ein tolles Projekt machst Du da. Ich bin auch gerade an einem Helsinki. Hast Du zufällig ein Bild von der Verkleidung linke Seite Mitte über der kleinen Sitzbank?
    Danke Matthias

    1. Matthias,

      vielen DANK für die Blumen, herzlichen GLÜCKWUNSCH – du bist der erste Kommentator – und SORRY für die späte Rückmeldung: Ich war am Wochenende nicht da und hatte „mobil“ das Passwort nicht parat… 🙂

      Du solltest hier (https://t2helsinki.de/restauration/zerlegung/ausbau-der-sitze-und-des-armaturenbretts#sitz04) Bilder von der Verkleidung finden. Wenn es was Spezielleres ist, kannst Du Dich gerne noch einmal melden und ich schau‘ dann bei den Fotos, die es nicht auf die Website geschafft haben, noch einmal nach. Oder mess‘ was nach. Oder was auch immer… 🙂

      Schönen Gruß,
      Micha

  2. Hallo Micha,
    wie geht es weiter mit deinem Helsinki, hast Du dich schon entschieden ob Tauchbad oder Sandstrahlen?
    Ich wünsche schöne Pfingsten.
    Gruß Matthias

    1. Matthias,
      ne, alles weitestgehend unverändert: Die Demontage geht besser voran als die Aktualisierung der Website, aber trotzdem langsamer als gewünscht. Naja, es ist definitiv Land in Sicht – und dann geht es auch an „die Entscheidung“, die wahrscheinlich nur eine von ganz vielen sein wird! Da ich den Bulli schlecht in die Sommerferien mitnehmen kann, will ich da dann die Homepage wieder auf Stand bringen…

      Schönen Gruß!
      Micha

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